Warum Lehrkräfte öfter „Nein“ sagen sollten – und wie es gelingt!

Sylvia Meran

Coaching & Supervision für Lehrkräfte, Schulleitungen und päd. Fachkräfte

Ich schreibe hier in meinen Blog über die Themen Lehrergesundheit, Burnout, Supervision und Coaching. Ich teile mit Ihnen meine Tipps und Erfahrungen als Lehrerin und Coach und zeige Ihnen wie Sie langfristig in diesem Beruf gesund bleiben können.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

kennen Sie das? Ihr Kalender ist randvoll, Ihre To-do-Liste wächst schneller, als Sie sie abarbeiten können, und dennoch sagen Sie „Ja“ zu noch einer Aufgabe. Weil es sonst keiner macht. Weil Sie niemanden hängen lassen wollen. Weil es eben dazugehört.

Und dann? Dann bleibt wieder keine Zeit für Sie selbst. Kein ausgiebiges Frühstück, kein Sport, kein Moment der Entspannung. Sie funktionieren – aber fühlen Sie sich auch wohl dabei?

Ich verstehe Sie! Mir ging es lange genauso. Als Lehrkraft wollte ich alles unter einen Hut bekommen, für alle da sein – und habe dabei nicht gemerkt, dass ich mich selbst immer weiter vernachlässige. Bis ich gelernt habe, dass Selbstfürsorge kein Luxus ist, sondern eine Notwendigkeit. Und dass „Nein“ zu anderen oft „Ja“ zu sich selbst bedeutet.

Hier sind 5 Strategien, mit denen auch Sie lernen, Nein zu sagen – und das ohne schlechtes Gewissen:

1. Setzen Sie Prioritäten
Nicht jede Aufgabe ist gleich wichtig – und Sie müssen nicht alles übernehmen. Fragen Sie sich: Ist das wirklich notwendig? Muss ich das jetzt tun? Eine realistische To-do-Liste hilft, den Fokus auf das Wesentliche zu legen.

2. Planen Sie Selbstfürsorge als festen Termin ein
Ein Spaziergang, eine Pause mit einer Tasse Tee oder einfach mal durchatmen – das gehört genauso in Ihren Kalender wie eine Konferenz oder ein Elterngespräch. Und dann halten Sie sich daran!

3. Kommunizieren Sie klar und freundlich
„Danke, dass Sie an mich denken, aber ich kann das aktuell nicht übernehmen.“
„Ich würde gern helfen, aber meine Kapazitäten sind erschöpft.“
Probieren Sie es aus – ein Nein kann höflich sein und wird oft besser akzeptiert, als Sie denken!

4. Fangen Sie mit kleinen Neins an
Sie müssen nicht sofort alles ablehnen. Beginnen Sie mit kleinen Dingen: eine zusätzliche AG, eine freiwillige Aufgabe. Jedes Nein stärkt Ihr Selbstbewusstsein!

5. Lassen Sie Schuldgefühle los
Es ist völlig in Ordnung, sich abzugrenzen. Denn wenn Sie sich ständig überfordern, leidet nicht nur Ihre Energie – sondern auch Ihre Freude am Beruf. Und das spüren auch Ihre Schülerinnen

Stellen Sie sich vor…
… Sie wachen morgens auf und fühlen sich wirklich ausgeruht.
… Sie gehen entspannter durch den Schultag, weil Sie nicht mehr alles auf Ihre Schultern laden.
… Sie haben wieder mehr Zeit für das, was Ihnen wichtig ist – Familie, Freunde, Ihre Hobbys.

Und das Beste? Sie unterrichten mit mehr Freude, sind motivierter und geben Ihre Energie viel bewusster weiter!

Probieren Sie es aus, denn Ihre Gesundheit zählt! Wagen Sie es, Nein zu sagen – für mehr Leichtigkeit, Kraft und Zufriedenheit. Und vor allem: für sich selbst.

Ich bin gespannt: 

Welches „Nein“ probieren Sie in der kommenden Schulwoche aus? Schreiben Sie es mir!

​mail@sylviameran.de

Herzliche Grüße,
Sylvia Meran 

Wenn du ja sagst, dann sei dir sicher, dass du nicht nein zu dir selbst sagst.

Paulo Coelho

Sylvia Meran

Coaching & Supervision 
für Lehrkräfte, Schulleitungen und päd. Fachkräfte


In meinen kurzen Impulsen teile ich Gedanken, Erfahrungen und praktische Anregungen rund um die Themen Lehrergesundheit, Burnout-Prävention, Supervision und Coaching.

Sie bieten kleine Denkanstöße, regen zum Innehalten an und geben Impulse für mehr Gelassenheit und Gesundheit im Schulalltag.

Sommerfest, Buffet, Klassenstammtisch – wann wird es zu viel?

Liebe Kolleginnen und Kollegen, „Der Juli ist schlimmer als der Dezember“, schrieb mir letzte Woche eine Freundin. Gleichzeitig drohte der Elternbeirat an der Schule meines Sohnes damit, dass das Sommerfest nicht stattfinden könne, wenn sich nicht genügend Helfer finden. Am Nebentisch in einem Restaurant regte sich eine Mutter über die vielen Nachrichten eines anderen Elternbeirats ... Weiterlesen

Zwischen Ausflügen, Projekten und Zeugnissen – so meistern Sie den Schuljahresendspurt!

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Hand aufs Herz: Freuen Sie sich auch schon auf die Sommerferien? In meinen Gesprächen und Supervisionsrunden erlebe ich derzeit, wie groß die Sehnsucht nach einer Pause bei vielen ist. Und ich kann das gut nachvollziehen, denn ich kenne diese Phase nur zu gut: Man hangelt sich innerlich von einem freien Tag ... Weiterlesen

Warum Schule nicht alles sein darf

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Schule ist ein wichtiger Teil unseres Lebens – aber sie darf nicht unser ganzes Leben sein. Ich weiß, ich wiederhole mich vermutlich, aber mir ist die Notwendigkeit gerade diese Woche wieder besonders bewusst geworden. Ich predige seit Jahren im Bekannten-, Familien- und Kolleg*innenkreis, wie wichtig neben Beruf und Familie auch ein ... Weiterlesen

Schulalltag: Sie haben schon viel mehr geschafft, als Sie denken

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Jetzt haben wir es ja bald geschafft. Noch die Feiertage, die Ferien und dann Endspurt. Diesen Satz habe ich neulich in einer kleinen Small-Talk-Runde am Rande einer Supervision gehört. Und ganz ehrlich: Für einen Moment hat er bei mir Panik ausgelöst. Wie? Das Jahr ist schon vorbei? Ich habe noch so ... Weiterlesen

Warum Ferien so wichtig sind und wie Sie sie wirklich zur Erholung nutzen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, „Jetzt hat der schon wieder Ferien.“ Als mein Mann das neulich lachend zu unserem Sohn sagte, musste ich schmunzeln. Am selben Tag schrieb mir eine befreundete Lehrerin, dass sie unser Treffen absagen muss: „Ich würde so gerne, aber pünktlich zu den Ferien hat es mich umgehauen.“ Und ich dachte: Ja. Genau ... Weiterlesen

Supervision: Wenn kleine Themen Raum bekommen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, „Es ist eigentlich nichts so Wichtiges …“ – diesen Satz habe ich gerade wieder in einer Supervisionsrunde gehört. Und doch merkt man schnell: Gerade die kleinen Dinge kosten oft viel Energie. Ein wiederkehrendes Missverständnis im Team, Unsicherheiten bei Abläufen, kleine Zweifel im Unterricht. Sie schleichen sich ein und belasten, obwohl kaum jemand ... Weiterlesen

Lehreralltag & Vorsätze: So setzen Sie sie um

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Und? Was haben Sie sich für dieses Jahr vorgenommen?Oder anders gefragt: Halten Sie sich noch an Ihre Neujahrsvorsätze? Viele geben ihre guten Vorsätze schon nach wenigen Tagen auf manchmal spätestens Mitte Januar. Kein Wunder: Der Alltag holt uns ein. Plötzlich fehlt die Zeit, die Energie, oder das Gefühl, dass sich etwas ... Weiterlesen

Kommen Sie gut ins neue Jahr – kleine Gewohnheiten für Lehrer

Liebe Kolleginnen und Kollegen, haben Sie so einen Satz auch schon gehört?„Wenn Sie sich damit wohler fühlen, können wir das noch mal überprüfen.“Diesen Satz habe ich im letzten Monat zweimal gehört. Und jedes Mal hatte ich recht mit meinem Gefühl, dass etwas noch nicht stimmt oder nicht richtig passt.  Ich konnte zwar nicht genau beschreiben, was es ... Weiterlesen

Jetzt innehalten: Selbstfürsorge für Lehrer*innen im Herbst

Liebe Kolleginnen und Kollegen, Wann sind Sie das letzte Mal in einen Laubhaufen gesprungen? Die größte Attraktion auf dem Schulhof meines Sohnes ist im Moment eine riesige Laubburg. Eifrig wird sie von den Viertklässlern bewacht, so sehr, dass sogar die Rektorin schon mehrmals auf dem Pausenhof erschien, um den Spaß für alle freizugeben. Ein Haufen voller ... Weiterlesen

Mehr Energie im Lehreralltag – kleine Veränderungen mit großer Wirkung

Liebe Kolleginnen und Kollegen, vielleicht kommt Ihnen das bekannt vor:  Kaum sind die Sommerferien vorbei, fühlt sich der Alltag schon wieder schwer an. Die ersten Wochen laufen noch rund, doch irgendwann häufen sich Termine, Konferenzen, Elterngespräche und kleine organisatorische Baustellen und die Erholung der Ferien scheint plötzlich wie ausgelöscht. Ich erinnere mich sehr gut an ... Weiterlesen