Vom Kollegen zur Schulleitung: So meistern Sie den Rollenwechsel souveräner

Sylvia Meran

Coaching & Supervision für Lehrkräfte, Schulleitungen und päd. Fachkräfte

Ich schreibe hier in meinen Blog über die Themen Lehrergesundheit, Burnout, Supervision und Coaching. Ich teile mit Ihnen meine Tipps und Erfahrungen als Lehrerin und Coach und zeige Ihnen wie Sie langfristig in diesem Beruf gesund bleiben können.

In diesem Blogartikel erfahren Sie, wie Sie diesen Rollenwechsel erfolgreich meistern. Sie erhalten praktische Tipps, erste Impulse und Einblicke, wie Coaching Sie in dieser neuen Rolle unterstützen kann.

Gestern noch im Lehrerzimmer gesessen, gelacht, sich ausgetauscht, vielleicht auch mal sich über die Schulleitung beschwert. Und heute betreten Sie denselben Raum und plötzlich verstummen die Gespräche.

Gerade noch Kolleg*in auf Augenhöhe, jetzt Schulleitung.
Plötzlich tragen Sie Verantwortung für Beurteilungen, Personalgespräche und Konfliktlösungen – Ihre Rolle hat sich dadurch grundlegend verändert.

Ein Szenario, das an vielen Schulen vorkommt:
Vielleicht haben Sie sich bewusst entschieden, die Schulleitung an Ihrer eigenen Schule zu übernehmen.
Oder Sie sind durch Personalmangel, Krankheit oder andere Umstände in diese Position hineingerutscht.

Egal, wie Sie hierhergekommen sind, die Herausforderung ist dieselbe: Sie stehen nicht nur vor der organisatorischen, verwaltungstechnischen und rechtlichen Komplexität Ihrer Aufgaben.
Jetzt gilt es zudem, den Spagat zwischen Nähe, Respekt und Autorität zu meistern, oft ohne ausreichende Vorbereitung.

Denn dieser Rollenwechsel bringt besondere Spannungen mit sich:

  • Wird aus dem vertrauten „Du“ plötzlich ein „Sie“?
  • Wie viel Nähe ist noch angemessen?
  • Wie gehe ich mit „ehemaligen“ Kolleg*innen um, die nun meine Entscheidungen hinterfragen?
  • Wie bleibe ich authentisch und gewinne dennoch Autorität?

All das macht deutlich, wie anspruchsvoll diese neue Rolle sein kann.

Führungsrolle an der Schule: Grenzen und Herausforderungen

Hinzu kommt: Ihre Führungsposition ist keine klassische.

Sie können in der Regel nicht über Einstellungen oder Entlassungen entscheiden.
Finanzielle Mittel sind häufig zweckgebunden und nicht frei verfügbar.

Und wenn eine Lehrkraft nicht passend für Ihr Team ist oder dauerhaft unbefriedigende Arbeit leistet, sind die zur Verfügung stehenden Mittel und Konsequenzen Ihrerseits oft sehr begrenzt.

Das kann eine große Erschwernis darstellen.

Nähe und Autorität als neue Schulleitung erfolgreich verbinden

Viele fragen sich in dieser Situation:

Wie kann ich den Respekt wahren und trotzdem Teil des Kollegiums bleiben?

Ich stelle in solchen Momenten oft eine Gegenfrage:

Wie handhaben Sie das mit Ihren Schüler*innen?
Wie schaffen Sie es dort, respektiert zu werden und gleichzeitig nah an ihnen und ihren Bedürfnissen zu sein?

Die Antwort ist meist:
„Das funktioniert gut, die Rollen sind ja klar definiert.“

Und dann frage ich:
Was ist jetzt anders?

Denn formal sind die Rollen auch hier klar.

Was ich damit erreichen möchte:
Ein Bewusstsein dafür, dass die Voraussetzungen bereits da sind.

Es ist möglich, als Führungskraft respektiert zu werden und gleichzeitig nah am Kollegium zu bleiben.

Und trotzdem: Es ist nicht mehr das Gleiche

Denn ein entscheidender Punkt bleibt:

Sie sind nicht mehr die oder der Gleiche unter Gleichen.

Sie tragen Verantwortung:

  • für Ihr Kollegium
  • für deren Arbeit
  • für deren Arbeitsumfeld
  • und in gewissem Maß auch für deren Sicherheit

Und am Ende tragen Sie die Konsequenzen, wenn etwas aus dem Ruder läuft.

Das verändert Beziehung.

Nicht, weil Sie es wollen, sondern weil es Ihre Rolle mit sich bringt.

Beziehung darf bleiben – die Rolle verändert sich

Das bedeutet nicht, dass Sie nicht mehr locker mit Kolleg*innen zusammensitzen können, so wie früher.
Im Gegenteil: Das ist weiterhin wichtig.

Aber die Rollenverteilung darf dabei nicht ins Wanken geraten.

So wie Schüler*innen und Lehrkräfte auch in privaten Situationen nicht in dieselbe Rolle rutschen sollten – oder wie es bei Eltern und Kindern der Fall ist – gilt dasselbe für Sie und Ihr Kollegium: Nähe ist wichtig, doch sie braucht Orientierung.

Umgang mit schwierigen Situationen als Schulleitung

Ich kann gut verstehen, dass diese Situation am Anfang schwer auszuhalten ist.

Wenn:

  • Gespräche verstummen, sobald Sie den Raum betreten
  • enge Kolleg*innen plötzlich anders mit Ihnen umgehen
  • oder genauso wie vorher, es sich für Sie jetzt aber nicht mehr passend anfühlt

So viele Vorteile es hat, die Schulleitung an der eigenen Schule zu übernehmen, das ist einer der herausforderndsten Aspekte.

Und gleichzeitig möchte ich Ihnen etwas mitgeben:

Es ist möglich, diesen Rollenwechsel zu gestalten, ohne Ihr Kollegium und Ihre Beziehungen zu verlieren.

Es wird anders sein.
Aber nicht schlechter.

Gute Führung verlangt Mut zur Unpopularität.

Colin Powell

Tipps und Impulse für neue Schulleitungen

Auch wenn jede Situation individuell ist, können Ihnen ein paar erste Gedanken helfen:

Machen Sie sich Ihre Rolle bewusst
Sie gibt es bereits. Sie müssen sie nicht neu „erfinden“, sondern ausfüllen.

Akzeptieren Sie die Veränderung
Die Beziehung wird nicht mehr die gleiche sein und das ist in Ordnung. Nicht alles bleibt gleich, Veränderung bedeutet Entwicklung, kein Verlust.

Achten Sie auf Klarheit in Ihrem Verhalten
Nähe und Führung schließen sich nicht aus, Unklarheit schon.

Sprechen Sie Veränderungen aus
Sie dürfen benennen, dass sich Ihre Rolle verändert hat – auch für Sie selbst.

Bleiben Sie sich selbst treu
Sie müssen kein anderer Mensch werden, um Führungskraft zu sein

Und wo bleiben Sie?

Ein Punkt, der häufig unterschätzt wird:

Sie sind jetzt für viele die Ansprechperson.
Aber wer ist Ihre?

Mit wem können Sie offen sprechen über:

  • Unsicherheiten
  • Zweifel
  • schwierige Gespräche
  • Überforderung
  • oder auch Ihre eigenen Ansprüche an sich selbst?

Im Kollegium ist das oft nicht möglich.
Nach oben hin auch nicht immer.
Und im privaten Umfeld fehlt häufig das Verständnis für die Komplexität.

Viele Schulleitungen funktionieren nach außen sehr gut.
Wirken souverän.

Und innerlich fehlt manchmal genau das:
Ein Raum, um Gedanken zu sortieren.

Coaching für Schulleitungen: Unterstützung bei Rollenwechsel und Führung

Genau an diesem Punkt setzt Coaching an. –> Erfahren Sie hier mehr zum Thema: Coaching für Schulleitungen.

Es bietet Ihnen einen geschützten Raum außerhalb des Systems Schule.
Ohne Bewertung. Ohne Hierarchie. Ohne Erwartungsdruck.

Hier dürfen Sie offen sprechen.
Hier dürfen Sie sagen: „Ich weiß gerade nicht weiter.“

Im Coaching geht es ganz um Sie und Ihre Situation.

Wir schauen gemeinsam auf:

  • Ihre Rolle
  • Ihren Führungsstil
  • Dynamiken im Kollegium
  • konkrete Herausforderungen

Und entwickeln individuelle Wege, wie Sie:

  • mit Widerständen umgehen
  • klar und wertschätzend kommunizieren
  • Aufgaben sinnvoll delegieren
  • Strukturen schrittweise verändern können

Dabei arbeite ich systemisch und lösungsorientiert.
Das bedeutet: Ihre Perspektive, Ihre Welt und Ihre Möglichkeiten stehen im Mittelpunkt.

Mein Coaching-Ansatz

Für Sie ist es eine Belastung und das muss es nicht sein.

Für mich ist kein Problem, keine Belastung und kein Konflikt unwichtig.

Jede Schule ist anders.
Jedes Kollegium ist anders.
Und jeder Rollenwechsel ist anders.

Deshalb gibt es keine Standardlösung.

Aber es gibt Ihren Weg.

Und genau den entwickeln wir gemeinsam so, dass Sie sich in Ihrer Rolle wohlfühlen und die Schulleitung werden, die Sie gerne sein möchten.

Sylvia Meran

Coaching & Supervision 
für Lehrkräfte, Schulleitungen und päd. Fachkräfte

Ich schreibe hier in meinem Blog über die Themen Lehrergesundheit, Burnout, Supervision und Coaching. Ich teile mit Ihnen meine Tipps und Erfahrungen als Lehrerin und Coach und zeige Ihnen wie Sie langfristig in diesem Beruf gesund bleiben können.

Ich freue mich von Ihnen zu hören:

Herzlich, Ihre

Sylvia Meran

Coaching, Beratung und Supervision für Lehrkräfte und Schulleitungen

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