Sylvia Meran
leidenschaftliche Lehrerin-zweifache Mutter- und Coach. Das ist die Kurzfassung ;-).
Es war ein langer Weg bis ich meinen neuen Traumberuf gefunden habe.
Denn eigentlich war alles von Anfang an nur auf den einen Beruf ausgelegt…
Aufgewachsen und zur Schule gegangen bin ich am wunderschönen Bodensee. Ende der 9. Klasse entwickelte sich bei mir der Wunsch Lehrerin zu werden.
Dementsprechend folgte nach der Realschule der Weg ans Gymnasium und von dort direkt an die Pädagogische Hochschule, Studiengang Grund- und Hauptschullehramt mit Schwerpunkt Grundschule.
Die Fächerwahl war durchaus etwas strategisch gewählt, damit ich auch ja an der Grundschule lande. In der Regelstudienzeit durchgehüpft und sofort ans Staatliche Seminar für Lehrerausbildung gewechselt.

Ich war so froh endlich als Lehrerin arbeiten zu dürfen.
Dann die Ernüchterung: Trotz zahlreicher Praktika und Unterrichtserfahrung war ich für den ganzen Unterrichtsalltag mit allen Komplikationen und Höhen und Tiefen noch nicht mit dem nötigen Handwerkszeug ausgestattet. Mein erster Unterrichtsbesuch war eine Katastrophe… Interessanterweise nur bei mir.
Alle anderen bei mir im Seminar erzählten von ihren perfekten Stunden. Ich konnte es nicht glauben. War ich für meinen Traumberuf etwa ungeeignet? Bis heute bin ich sehr dankbar, dass ich inmitten dieser Perfektionisten meine drei Mädels gefunden hatte, bei denen auch nicht immer alles rund lief und dies einfach auch mal gesagt haben.
Im Nachhinein erfuhr ich, dass es durchaus auch bei den anderen mal schwierige Stunden gab, aber erst als ich von meinen Schwierigkeiten erzählt hatte. Es schien mir damals schon so, dass Scheitern oder Probleme in diesem Beruf nicht existieren dürfen.
Und wie es so vermutlich sein musste, erfuhr ich noch das größte Scheitern…Die letzte Prüfung beim zweiten Staatsexamen nicht bestanden. (Lehrprobe nicht bestanden und jetzt?)
Ab da war der geradlinige Weg, den ich immer angestrebt hatte, vorbei.
Zwar bestand ich die Wiederholungsprüfung, aber ich machte somit meinen Abschluss mitten im Schuljahr. Dementsprechend gab es erstmal keine feste Stelle für mich. Ich hangelte mich von Krankheitsvertretungen an meiner Ausbildungsschule über Messejobs über befristete Vertretungsstellen quer durchs Land.
Jedesmal ohne langfristige Perspektive, trotz zahlreicher Versuche der unterschiedlichen Kolleg*innen und Schulleitungen mich auch ein weiteres Schuljahr behalten zu dürfen.
Nach zwei Jahren an vier unterschiedlichen Schulen (Grundschulen, Förderschule, Hauptschule) stieg ich aus dem frustrierenden und auslaugenden Kreislauf aus.
Immer wieder hab ich mich auf neue Klassen, Schularten und Schulstrukturen eingestellt, dies in sehr kurzer Zeit, hab Fächer unterrichtet, für die ich nicht ausgebildet war und bekam oft die Klassen zugeteilt, auf die der Rest keine Lust hatte.
Es war zermürbend so viel Energie in das Gelingen des Unterrichts und Strukturen zu stecken, von dessen Erfolg man nichts hatte, da man meist gehen musste als endlich alles eingespielt war und rund gelaufen ist.
Diese Notbremse war die beste Entscheidung meiner beruflichen Laufbahn.
Selbstbestimmt bewarb ich mich an Privatschulen und traute mich auch an die „schwierige“ Schulart mit sozial-emotionalem Förderbedarf. Aus den Erfahrungen der vielen vorherigen Stationen gelernt, stellte ICH nun die Forderung. Ich wollte nur im Grundschulsegment arbeiten und Fächer unterrichten, die mir liegen.
Es hatte geklappt ;-).
Ein Jahr später entschied ich mich sogar gegen eine Stelle mit Verbeamtung und blieb an der Privatschule, mit weniger Gehalt aber endlich angekommen.
Ein weiterer Wendepunkt für mich.
Dort lernte ich wie Schule trotz „nicht geradliniger Kindern“ Spaß machen kann und merkte, dass das starre gebundene Schulsystem an den Regelschulen nicht zu meiner Lehrpersönlichkeit passte.
Wir hatten die Freiheit mit den Schüler*innen eine Runde Fußball zu spielen, wenn man merkte, dass lerntechnisch die Luft raus war. Wir hatten Zeit für jedes Kind und auch für dessen Probleme, die es gerade blockierten.
Und was noch wertvoller war – man arbeitete zusammen und musste nicht alleine „kämpfen“. Der fehlenden Erwartungsdruck der Eltern, schnellstmöglich den ganzen Lehrplan durchzubekommen, tat sein übriges.
Trotz des Heimatgefühls wurde ich nach drei Jahren unruhig …
War das schon alles? Bleib ich hier die nächsten 30 Jahre???
Für mich unvorstellbar, ich wollte mehr, ich wollte die Chance haben, dank meiner zahlreichen Erfahrungen und Erlebnisse im Schulwesen, etwas zu verändern.
Ziel war nicht die Schulleitung, sondern die Ebene die mitbestimmt und entscheidet, das Kultusministerium. Ein durchaus ambitioniertes Ziel, ich weiß, aber ich wollte, dass die Schulen sich so weiterentwickeln, dass Lehrkräfte wirklich die Zeit haben sich individuell um ihre Schüler*innen zu kümmern ohne Einbußen beim Lernzuwachs zu haben, Strukturen geschaffen werden, die ein gemeinsames unterstützendes Arbeiten unter Kolleg*innen fordert und fördert, dass der Arbeitsplatz Schule viel mehr Kraft zieht als dass er nimmt.
Ein neues Studium musste her, nicht so einfach, schließlich ist das Lehramtsstudium nicht für andere Wege vorgesehen als ausschließlich Lehrerkraft zu sein.
Der Masterstudiengang Schulmanagement schien mir die beste Wahl für den geplanten Weg.
Dieses Studium war aufregend, spannend und fordernd und durch den Kontakt mit Lehrkräften und Schulleitungen aus ganz Deutschland öffnete es mir die Augen.
Erstens, dass ich trotz meines durchaus großen Erfahrungsschatzes nur in einem kleinen Kosmos unterwegs war. Der Blick über den Tellerrand, in andere Bundesländer fehlte mir bis jetzt.
Und zum anderen zeigt es mir, dass mein Traum der Veränderung, wenn überhaupt nur über den geradlinigen Weg Schuldienst, Verbeamtung, Schulleitung, Schulamt, Ministerium führen wird und dort angekommen die Wahrscheinlichkeit einer grundlegenden Veränderung, der es meiner Meinung nach bedarf, kaum möglich sein wird.
Was also nun mit dem Master in Schulmanagement anfangen, mit den vielen Ideen und Erfahrungen und den Erkenntnissen aus meiner Masterarbeit, wie man langfristig gesund, gut und gerne an der Schule arbeiten kann?
Ein weiterer Anstoß waren die Berichte aus meinem Umfeld. Immer öfter kam es vor, dass engagierte, leidenschaftliche und gute Lehrkräfte in meinem Alter unter Erschöpfungszuständen und gesundheitlichen Problemen längere Zeit beruflich pausieren mussten. (Warum leiden so viele Lehrkräfte unter Burnout)
Es machte mich wütend zu sehen, wie ein System seine guten Mitarbeitenden auslaugte und stückchenweise in den Krankenstand schickte.
Von nun an fügte es sich alles zusammen. Da ich neben dem Unterrichten ebenfalls die Coaching, Beratungs- und Unterstützungsaufgaben von Kolleg*innen, Referendare*innen und Schulabgänger*innen mit großer Begeisterung und positiver Resonanz ausgeführt habe, entstand die Idee auf anderem Weg Lehrkräfte und Schulleitung zu unterstützen, dass sie langfristig zufrieden, glücklich und gesund am Arbeitsplatz Schule sind.
Es ist zwar tatsächlich schwer die großen Rahmenbedingungen und die damit verbundenen Belastungen zu ändern, aber durch professionelles Coaching und Supervision kann nachhaltig der Umgang mit Belastungssituationen, Stress und Überlastung verbessert werden. Und dadurch psychische und physische Erkrankungen vermieden werden. (10 Anzeichen eines Burnouts)
Meiner Meinung nach ist es in einem so hochgradig emotionalen Beruf wichtig, dass regelmäßig über Probleme, Belastungen und Spannungen gesprochen wird. Damit man langfristig gesund, gut und gerne in diesem Beruf arbeiten kann.
Und seit dem brenne ich dafür, Lehrkräfte und Schulleitungen vor dem Ausbrennen zu bewahren.
Konfuzius sagt: „Wähle einen Beruf, den du liebst, und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.„
Ich freue mich von Ihnen zu hören!
Herzlich, Ihre
Sylvia Meran

















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