Supervision für Lehrkräfte: Warum es mehr ist als nur Problemlösung

Sylvia Meran

Coaching & Supervision für Lehrkräfte, Schulleitungen und päd. Fachkräfte

Ich schreibe hier in meinen Blog über die Themen Lehrergesundheit, Burnout, Supervision und Coaching. Ich teile mit Ihnen meine Tipps und Erfahrungen als Lehrerin und Coach und zeige Ihnen wie Sie langfristig in diesem Beruf gesund bleiben können.

Was gehört eigentlich in eine Supervision?

Für Lehrerinnen und Lehrer kann dieser Raum weit mehr sein als reine Konfliktlösung. Supervision bietet die Möglichkeit, Erfolge zu reflektieren, Strategien für den Schulalltag zu entwickeln und Belastungen bewusst einzuordnen.

Lesen Sie in diesem Blogartikel, wie Supervision im Schulalltag wirken kann und warum es sich lohnt, diesen geschützten Raum regelmäßig zu nutzen.

Ich weiß, dass man darüber in der Supervision nicht spricht, das hat man mir mal gesagt.
Mit diesem Satz wollte eine Lehrerin ihren Beitrag zurücknehmen, noch bevor er richtig ausgesprochen war.

Ich habe ihr geantwortet: Für mich zählt vor allem eines. Beschäftigt Sie dieses Thema beruflich? Und belastet es Sie vielleicht sogar?
Wenn ja, dann hat es hier seinen Raum.

Ich kenne die Argumentation, dass es in Supervision nur um Probleme oder konkrete Fälle geht. Für mich greift das zu kurz.

Supervision ist für mich nicht ausschließlich Problemlösung, sondern auch ein Mittel zur Weiterentwicklung, beruflich und in gewisser Weise auch persönlich. Denn beides steht sehr oft im Zusammenhang. (Was ist überhaupt Supervision?)

Deshalb sind in meinen Supervisionssitzungen alle Themen willkommen. Auch oder gerade dann, wenn es kein Problem im klassischen Sinne ist.

Es kann um Konflikte gehen, um Unstimmigkeiten im Team, um Unzufriedenheit mit Arbeitsprozessen. Um Schulentwicklungsthemen, die sich im Kreis drehen und nur noch Ressourcen ziehen. Oder ganz schlicht um die Frage, wie schaffen wir es eigentlich, besser auf uns und unsere Pausen zu achten.

Es muss nicht immer der große Konflikt sein. Keine verhärteten Fronten, keine Eskalation.
Es darf auch etwas sein, das sich vom eigenen Gefühl her eher klein anfühlt und trotzdem Raum braucht.

Ich habe es schon oft erlebt, dass jemand mit den Worten beginnt:
Es ist eigentlich nichts so Wichtiges …
Und am Ende der Stunde war es gut, manchmal sogar sehr gut, dass genau dieses Thema Platz bekommen hat. Nicht selten verstecken sich hinter augenscheinlichen Kleinigkeiten größere, tiefere Themen.

Und genau deshalb gibt es bei mir erstmal kein Thema, das nicht in die Supervision gehört.

Supervision als offener Raum

Supervision ist für mich ein offener, freier Raum.
Ein Raum, in dem man Dinge ansprechen kann, für die im normalen Tagesablauf, im Lehrerzimmer, zwischen Tür und Angel oder in Konferenzen, oft weder Zeit noch Mut da ist.

Eine Teilnehmerin hat mir einmal rückgemeldet:
Es hat uns richtig gutgetan, endlich die Chance zu haben, uns untereinander auszutauschen. Uns zuzuhören und einander besser zu verstehen.

Ohne Moderation verlaufen Gespräche häufig anders. Weniger fokussiert, weniger konstruktiv, manchmal auch verletzend oder ineffektiv. Supervision bietet einen geschützten Rahmen, in dem Gespräche gezielt geführt werden können.

Und mir ist wichtig klarzustellen:
Supervision bietet Raum für Belastendes, aber immer mit dem Ziel, gemeinsam einzuordnen, zu verstehen und weiterzukommen. Es ist kein reines „Dampf ablassen“.

Supervision ist ein Mittel, um bewusst Gespräche zu führen.
Um Themen auf den Tisch zu bringen, die im offiziellen Rahmen, etwa einer Konferenz, keinen Platz hätten. Themen, die Zeit brauchen, Vertiefung und echtes Zuhören.

Das ist der äußere Rahmen, den ich anbiete.
Und es ist meine Prämisse, diese Atmosphäre an die Gruppe weiterzugeben und auf ihre Einhaltung zu achten.

Wenn sich jemand öffnet, haben Nebenhergespräche keinen Platz.
Wenn jemand spricht, wird zugehört.

Ebenso gehört es zu meiner Aufgabe, Sicherheit und Vertrauen zu vermitteln.
Das, was hier besprochen wird, bleibt in diesem Raum. Es wird nicht an Vorgesetzte oder betroffene Kolleginnen und Kollegen weitergetragen. Diese Vertraulichkeit ist die Grundlage dafür, dass echte Offenheit überhaupt möglich wird.

Supervision und die Angst vor der Stille

Ich kenne diese Situationen gut.
Man sitzt zusammen, es ist still, und alle warten darauf, dass endlich jemand ein Problem aus der Nase zieht, damit es losgehen kann.

Doch wenn gerade kein akutes, großes Thema da ist, wenn niemand etwas auf der Seele brennen hat, dann ist das per se nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil. Ich freue mich darüber. Wirklich!

Es zeigt, dass gerade vieles in Ordnung ist.

Der entscheidende Punkt ist für mich, dann nicht krampfhaft zu warten oder ein künstliches Problemchen aufzublasen, nur um die Stille zu füllen. Genau hier sehe ich meine Rolle als Supervisorin.

In solchen Momenten ergreife ich das Wort und arbeite mit gezielten Methoden.
Wir schauen auf Arbeitsprozesse, auf Resilienzstrategien, auf das, was gut läuft. Wir feiern Erfolge, machen Positives sichtbar und rücken Ressourcen in den Mittelpunkt.

Auch das hat seinen festen Platz in der Supervision.
Denn das Lernen von den Strategien anderer kann für viele ein wichtiger Impuls sein. Und für einen selbst ist es oft eine wertvolle Möglichkeit, die eigene Kompetenz zu festigen.

Sich der eigenen Stärken bewusst zu sein, die eigene Widerstandsfähigkeit zu kennen und Strategien parat zu haben, all das hilft in jeder neuen herausfordernden Situation. Und diese Situationen werden kommen, auch wenn am Tag der Supervision gerade keine präsent ist.

Deshalb versuche ich in meinen Supervisionen immer beides zu verbinden. Belastendes ernst nehmen und gleichzeitig Ressourcen stärken.

Manchmal reicht dafür schon ein kleiner Impuls am Ende einer Stunde, zum Beispiel die Frage:
Welche berufliche Situation hat Sie in der letzten Woche zum Lächeln gebracht?

Supervision ist mehr als eine Problemrunde

Supervision ist keine reine Problemrunde.
Sie ist und kann so viel mehr.

Aus diesem Grund sollte Supervision nicht nur dann stattfinden, wenn es bereits brennt. Nicht nur bei akuten Konflikten oder festgefahrenen Situationen. Sondern als konstante Begleitung im Arbeitsalltag.

Ein Raum zum Innehalten.
Zum Reflektieren.
Zum Verstehen.
Zum Wachsen.

Das ist die Supervision, die ich anbiete.

Es wird immer gleich ein wenig anders, wenn man es ausspricht.

Hermann Hesse

Vereinbaren Sie jetzt Ihre erste Supervision: kontakt@sylviameran.de

Sylvia Meran

Coaching & Supervision 
für Lehrkräfte, Schulleitungen und päd. Fachkräfte

Ich schreibe hier in meinem Blog über die Themen Lehrergesundheit, Burnout, Supervision und Coaching. Ich teile mit Ihnen meine Tipps und Erfahrungen als Lehrerin und Coach und zeige Ihnen wie Sie langfristig in diesem Beruf gesund bleiben können.

Ich freue mich von Ihnen zu hören:

Herzlich, Ihre

Sylvia Meran

Coaching, Beratung und Supervision für Lehrkräfte und Schulleitungen

Burnout bei Schulleitungen: Warum die Erschöpfung oft lange unbemerkt bleibt

„Unsere Schulleitung fehlt doch schon seit Wochen.“ „Meine Schulleitung ist jetzt auch noch ausgefallen.“ „Bei uns herrscht totales Chaos – unsere Schulleitung wurde von heute auf morgen krankgeschrieben und bittet darum, nicht kontaktiert zu werden.“ Burnout. Burnout. Burnout. So lautete jedes Mal die Antwort auf meine Frage nach dem „Warum?“ Und es handelt sich längst ... Weiterlesen

Burnout als Schulleitung vorbeugen – konkrete Strategien, die im Alltag wirklich funktionieren

„Ich glaube, ich weiß, was schiefläuft – aber ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.“ Diesen Satz hat neulich eine Schulleitung zu mir im ersten Coaching gesagt. Und ich höre ihn – in verschiedenen Varianten – immer wieder. Er beschreibt etwas, das viele Schulleitungen kennen: das Gefühl, den Überblick verloren zu haben. Nicht weil es ... Weiterlesen

Vom Kollegen zur Schulleitung: So meistern Sie den Rollenwechsel souveräner

In diesem Blogartikel erfahren Sie, wie Sie diesen Rollenwechsel erfolgreich meistern. Sie erhalten praktische Tipps, erste Impulse und Einblicke, wie Coaching Sie in dieser neuen Rolle unterstützen kann. Gestern noch im Lehrerzimmer gesessen, gelacht, sich ausgetauscht, vielleicht auch mal sich über die Schulleitung beschwert. Und heute betreten Sie denselben Raum und plötzlich verstummen die Gespräche. ... Weiterlesen

Coaching für Schulleitungen: Allein an der Spitze und doch nicht allein

In diesem Artikel erfahren Sie, welche besonderen Herausforderungen die Rolle der Schulleitung mit sich bringt und wie Coaching dabei helfen kann, Führungsfragen zu klären, schwierige Situationen zu reflektieren und neue Handlungssicherheit zu gewinnen. Erinnern Sie sich noch genau an den Moment, als feststand, dass Sie diese Aufgabe übernehmen werden? Vielleicht war es ein großer Wunsch ... Weiterlesen

Lehrer brauchen Ferien: Warum Erholung so wichtig ist und wie Sie neue Energie gewinnen

Ferien sind für Lehrer weit mehr als nur eine Pause vom Schulalltag. Sie sind die Zeit, in der Körper und Geist wieder auftanken können. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Erholung so wichtig ist und wie Sie Ihre Ferien gezielt nutzen, um neue Energie und Kraft zu gewinnen. „Jetzt hat der schon wieder Ferien.“ Das ... Weiterlesen

Achtsam im Lehreralltag: So bringen kleine Pausen Ruhe, Energie und Fokus zurück

Erfahren Sie in diesem Artikel, warum es so wichtig ist, die Signale Ihres Körpers nicht zu überhören und wie Sie als Lehrkraft wieder achtsam mit sich umgehen können. Haben Sie diesen Satz schon einmal gehört? „Wenn Sie sich damit wohler fühlen, können wir das noch mal überprüfen.“ Im letzten Monat habe ich ihn gleich zweimal ... Weiterlesen

Stress im Lehreralltag reduzieren: Weniger „müssen“, mehr „wollen“ – so gelingt’s im Schulalltag

Erfahren Sie in diesem Artikel, wie Sie als Lehrkräfte durch den Wechsel vom „Ich muss“ zum „Ich will“ Stress im Schulalltag reduzieren, innere Blockaden lösen und wieder mehr Freude an ihrer Arbeit gewinnen. In meinem letzten Urlaub habe ich mich selbst dabei erwischt, wie oft ich das Wort „muss“ verwendet habe – obwohl ich im ... Weiterlesen

Bin ich eine schlechte Lehrkraft? Warum Coaching kein Makel ist, sondern Stärke zeigt.

„Ich will nicht, dass man denkt, dass ich eine schlechte Lehrkraft bin. Aber ich merke, dass ich Hilfe brauche.“Solche oder ähnliche Sätze höre ich oft, wenn es um das Thema Coaching für Lehrkräfte geht. Hilfe zu suchen, sich überfordert zu fühlen, wird leider noch viel zu oft als Makel angesehen. Als Zeichen, dass man seinen ... Weiterlesen

Entspannt durchs Schuljahr – praktische Tipps für Lehrkräfte gegen Stress und Erschöpfung

Lesen Sie in diesem Artikel, wie sie als Lehrkraft die größten Energiefresser im Schulalltag erkennen, Stresssituationen meistern und ihre Ressourcen gezielt schützen. Damit Sie das Schuljahr voller Energie, Freude und Gelassenheit gestalten und die Ferien wirklich zur Erholung nutzen können. Entspannt durch das Schuljahr- geht das? Vielleicht erinnern Sie sich noch daran… In den letzten ... Weiterlesen

Frust im Lehreralltag? So verhindern Sie, dass er zur Belastung wird.

In diesem Artikel erfahren Sie, wie sich Frust im Schulalltag langsam aufbaut und was Sie tun können, bevor er Sie ausbremst. Schon mal in einer Konferenz ausgerastet? Nein? Ich schon!Aber vielleicht kennen Sie solche Situationen: Sie sind einer Arbeitsgruppe zugeteilt, die eifrig jede Woche nachmittags an einem vorgegebenen Thema arbeitet – Schulentwicklung nennt sich das ... Weiterlesen

Wertschätzung für Lehrkräfte – Warum ein „Danke“ nur der Anfang ist

Erfahren Sie in diesem Artikel warum Wertschätzung für Lehrer*innen so wichtig ist – und wie sie gelingt! Vor Kurzem hatte ich mal wieder die Gelegenheit, einen pädagogischen Tag zu leiten. Es war ein intensiver und langer Tag – acht Stunden voller Austausch, Impulse und gemeinsamer Reflexion. Wie nach solchen Veranstaltungen üblich, stürmen die einen gleich ... Weiterlesen
Überlastete Lehrerin

Lehrergesundheit stärken: Warum Selbstfürsorge die beste Prävention ist

Erfahren Sie in diesem Artikeln warum Lehrkräfte öfter „Nein“ sagen sollten – und wie es gelingt! Ich habe keine Zeit, ich muss noch … Ein Satz, den ich früher oft benutzt habe und den ich auch von Freunden, Lehrkräften und in meinen Coachings sehr oft höre. Interessanterweise fällt dieser Satz häufig im Zusammenhang mit der ... Weiterlesen

So erleben Lehrer*innen die Adventszeit ohne Hektik: Praktische Tipps für weniger Stress und mehr Freude!

Ich wünsche Ihnen allen eine besinnliche Weihnachtszeit.Jetzt schon? Warum es sich lohnt, bereits im November mit den Vorbereitungen für Weihnachten und die Adventszeit zu beginnen, erfahren Sie in diesem Beitrag. Auch wenn die letzten Wochen des Jahres oft von zahlreichen Veranstaltungen, Terminen und To-Do-Listen geprägt sind, gibt es viele Möglichkeiten, diese besondere Zeit des Jahres ... Weiterlesen

Lehrer und Burnout: 10 Warnsignale, die Sie nicht ignorieren sollten

In unserer hektischen Welt wird die Bedeutung von Selbstfürsorge und Achtsamkeit am Arbeitsplatz immer wichtiger. Besonders im Bildungsbereich, wo Lehrkräfte täglich zahlreichen Anforderungen und Stress ausgesetzt sind, ist die Gefahr eines Burnouts allgegenwärtig. Doch wie erkennt man die Anzeichen eines Burnouts? Vor elf Jahren machte ich selbst die schmerzhafte Erfahrung und möchte in diesem Artikel ... Weiterlesen

Faule Lehrer: Wie mangelnde Wertschätzung den Beruf gefährdet und was Lehrer persönlich dagegen tun können

Lehrer haben vormittags Recht und nachmittags frei – ein veraltetes Klischee, das die Realität des Lehrberufs weit verfehlt. Hinter dem vermeintlich entspannten Leben des Lehrers, des Halbtagsjobbers, verbirgt sich eine Realität voller Hingabe, Überstunden und emotionaler Herausforderungen. In meinem Blogartikel erfahren Sie, wie Wertschätzung und Anerkennung den entscheidenden Unterschied im Lehrerberuf ausmachen können und was ... Weiterlesen

Die Angst vor Unterrichtsbesuchen und was Sie dagegen tun können

Unterrichtsbesuch! Dieses Wort löst bei den meisten Lehrerkräften Angst, Stress und Druck aus.  Aber warum?  Weil Unterrichtsbesuche und Beobachtungen vor allem in der Ausbildung und bei Prüfungen gemacht werden. Dementsprechend hat der Unterrichtsbesuch für viele den Charakter eines Kontroll- und Messinstruments, mit der Ausgangsfrage „Bin ich gut genug für diesen Beruf?“.  Und leider bedeuten diese ... Weiterlesen