Betrachtet man die Punkte, die bei Lehrkräften zu einem Burnout führen können, kann sich schnell Ernüchterung einstellen. Vieles ist vom System gegeben und nicht änderbar.
Jedoch zeigen Studien, dass eine kooperative und wertschätzende Arbeitsatmosphäre dazu führt, dass mit Belastungen anders umgegangen werden kann und sie als weniger belastend empfunden werden.
Dies spiegelt sich auch mit meinen persönlichen Erfahrungen wieder. Ich hatte das Glück mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Schulleitungspersönlichkeiten zusammenzuarbeiten.
Anhand Ihres Führungsstils habe ich gemerkt wie groß dieser Einfluss auf meine eigene Leistung, Motivation und Gesundheit war.
In diesem Artikel möchte ich Ihnen zeigen, dass Sie als Schulleitung einen positiven und gesundheitsförderlichen Einfluss auf Ihr Kollegium haben können und wie Sie diesen richtig nutzen.

Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen.
Aristoteles
Mangelnde Unterstützung erhöht das Risiko für Burnout
Viele Lehrkräfte haben oft das Gefühl, sich alleine gegenüber der Schulleitung und den Eltern behaupten zu müssen. Ein Mangel an Unterstützung durch das Kollegium oder die Schulleitung kann das Gefühl der Isolation verstärken und das Risiko für Burnout erhöhen.
Dementsprechend ist es wichtig, dass Lehrkräfte sich gegenseitig unterstützen und dass eine offene Kommunikation und Kooperation gefördert wird.
Was können Sie als Schulleitung konkret dafür tun?
Fördern Sie Teambesprechungen, im besten Fall ist es Ihnen möglich dazu sogar eine Deputatsstunde zur Verfügung zu stellen. Lassen Sie Ihren Kolleg*innen freie Wahl, wann das stattfindet. Jeder arbeitet anders und hat andere Verpflichtungen. Auch Online könnte so etwas stattfinden oder früh morgens vor Schulbeginn.
Manchmal reichen auch nur 15 -30 min in der Woche. Aber am Ende vom Schuljahr macht es einen Unterschied, wenn man sich regelmäßig austauscht und gemeinsam über Probleme in der Klasse spricht. Wenn man zusammen die Woche oder Veranstaltungen etc. plant.
Natürlich ist es schwierig, wenn viele Lehrkräfte in einer Klasse arbeiten, aber konzentrieren Sie sich dann auf das Kernteam. Die weiteren Lehrkräfte aus der Klasse können gegebenenfalls schriftlich oder in einem kurzen Gespräch, z.B. in der Pause, über die besprochenen Punkte informiert werden.
Offene und direkte Kommunikation ist hier der Schlüssel zum Erfolg, damit keine Informationen auf dem Weg verschwinden oder untergehen.
Merken Sie, dass es in einigen Teams nicht funktioniert, sprechen sie mit diesen Teams. Finden sie gemeinsam raus, woran es liegt, dass es nicht klappt.
Gehen Sie ebenfalls als Vorbild voraus. Treffen Sie sich regelmäßig mit Ihrem Schulleitungsteam und besprechen Konflikte, Projekte, Problem etc.. Planen Sie zusammen, strukturieren Sie das nächste Quartal oder die Zeit bis zu den nächsten Ferien – regelmäßig.
Oder etablieren Sie die kollegiale Fallbesprechung, arbeiten Sie mit externen Coaches oder Supervisoren zusammen, bieten Sie nicht nur Ihre Unterstützung an, sondern zeigen Sie sie offen.
Wie kann das konkret aussehen?
Seien Sie für Ihr Kollegium greifbar. Meiner Meinung nach funktioniert das tatsächlich mit der nicht nur symbolischen, sondern mit der wortwörtlichen offenen Tür.
Ich hatte schon Rektorate erlebt, in denen die Tür zum Schulleitungsbüro nur von innen von der Schulleitung selbst geöffnet werden konnte. Mir war oft nicht klar, ob die Schulleitung überhaupt im Büro saß, mein Klopfen durch den Umgebungslärm nicht gehört hat oder beschäftigt war und ich lieber nicht noch ein zweites Mal klopfen sollte.
Es hinterließ immer ein unangenehmes Gefühl bis ich es vermied dort hinzugehen.
Anders hatte ich es erlebt als die Tür des Rektorats immer offen stand, wenn die Schulleitung auch verfügbar war. War die Tür zu, war sie entweder nicht da oder man sollte nicht stören. So konnte man schnell mal klopfen, den Kopf reinstecken und seine Fragen oder Bitten stellen.
Für mich war diese offene Tür ein Sinnbild für eine offene und unterstützende Arbeitsatmosphäre. Ich konnte mit meinen Problemen zu der Schulleitung kommen und zwar in den meisten Fällen sofort. Vieles keimt gar nicht so groß auf, wenn es zeitnah besprochen und geklärt werden kann. Beziehungsweise führt es dazu, dass man sich nicht nach Feierabend noch mit den Problemen beschäftigen muss.
Hilfreich sind auch Besuche im Lehrerzimmer während der Pause. Es muss nicht täglich sein, aber regelmäßig. So bekommen Sie einen Einblick in die Stimmung unter den Kolleg*innen, bei einem kurzen privaten Gespräch erfahren Sie vielleicht auch mehr über Ihre Kollegen.
Wissen, was für Themen vielleicht neben dem Beruf noch auf die beteiligte Person positiv oder negativ einwirkt. In diesen Situationen müssen keine schulischen Sachen besprochen werden, können aber. Es geht darum Präsenz zu zeigen, greifbar zu sein, nahbar zu sein.
Ich weiß, dass sich das erstmal nach viel zusätzlicher Arbeit anhört, dass man durch die offene Tür nicht ungestört arbeiten kann. Natürlich hängt es von Ihrem Setting und Räumlichkeiten an der Schule ab. Aber es findet sich sicher eine kreative Lösung vom „Hereinspaziert“ Schild an der Tür, festen Sprechzeiten in Verbindung mit festen Ruhezeiten und ähnlichen Ideen.
Sie müssen und sollen nicht Non-Stopp verfügbar sein, das würde auch ein falsches Bild an die Kollegen spiegeln, die denken Sie müssen auch Rund um die Uhr verfügbar sein. Nein, es soll nur keine zu große Hürde sein mit Ihnen in Kontakt und ins Gespräch zu kommen und um Hilfe zu bitten.
Mangelnde Anerkennung führt zur Frustration und in der Folge zu Burnout
Wir alle wissen, was täglich im Lehrberuf zu leisten ist, aber oft fehlt es an Anerkennung unserer Arbeit. Das kann zu Frustration führen und in der Folge zu Burnout. Auch wir Lehrer und Lehrerinnen müssen das Gefühl haben, dass unsere Arbeit geschätzt wird und dass wir einen positiven Beitrag leisten. (Lesen Sie hier auch mehr dazu: Frust im Lehreralltag)
Regelmäßige Anerkennung und Wertschätzung gegenüber den Lehrkräften verbessert langfristig das allgemeine Arbeitsklima sowie die Motivation, es führt aber auch dazu das Burnout-Risiko zu reduzieren.
Was können Sie als Schulleitung konkret tun:
Loben Sie und zwar nicht nach dem schwäbischen Motto „Ned gschimpft isch globt gnug!“ sondern richtig.
Das kann ein allgemeines Lob an das Kollegium in der Konferenz sein. „Danke für Ihre Leistung, ich sehe was Sie alles momentan stemmen, ich weiß es ist gerade nicht leicht. Heute dürfen wir uns mal selber auf die Schulter klopfen, wir haben viel geschafft.“
Oder im Einzelnen vielleicht mal bei einem kurzen privaten Gespräch in der Pause oder auf dem gemeinsamen Weg aus dem Schulhaus heraus. Wichtig ist allerdings, dass Sie nicht nur einzelne Kollegen und Kolleginnen loben sondern schauen Sie, dass es ausgeglichen ist.
Auch wenn Ihnen bei einer Lehrkraft nicht gleich ein Lob einfällt, ignorieren Sie sie nicht, sondern setzen Sie sich hin, beobachten Sie die Lehrkraft eine Woche lang genauer. Auch Sie hat Stärken, die hervorgehoben werden können und sollen. Finden Sie gar nichts sollten wir uns unbedingt zu einem Coaching treffen 😉
Wie können Sie weiter eine wertschätzende Arbeitsatmosphäre in Ihrem Kollegium schaffen?
Bringen Sie vielleicht zu einer Konferenz kleine Süßigkeiten mit auf denen „Danke“ oder „Du bist toll“ steht. Starten Sie Konferenzen mit wertschätzenden Sprüchen, Zitaten oder Impulsen. Manchmal können auch Erfolgsgeschichten von Lehrkräften erzählt werden.
Sammeln Sie von Ihren Lehrkräften deren Stärken auf einem Blatt. Je nach Größe des Kollegiums kann jeder für jeden Stärken auf einem anonymen Blatt sammeln oder innerhalb von Jahrgangs- oder Bildungsstufen. Diese können evtl. unter einem Bild der jeweiligen Lehrkraft im Lehrerzimmer, im Schulhaus oder nur privat der einzelnen Lehrkraft präsentiert werden.
Es gibt viele kleine Dinge, die im Alltag Wertschätzung und Anerkennung zeigen können, die nicht viel Aufwand benötigen, aber am Ende vom Schuljahr einen großen Unterschied machen. (Lesen Sie hier noch mehr dazu: So gelingt Wertschätzung im Schulalltag)
Viele Missverständnisse entstehen dadurch, dass ein Dank nicht ausgesprochen, sondern nur empfunden wird.
Hauschka
Eine andauernde negative Arbeitsumgebung fördert ein Burnout
Ein Arbeitsumfeld mit schlechter Kommunikation, ständigen Konflikten und fehlender Unterstützung kann ebenfalls dazu führen, dass Lehrer und Lehrerinnen an Burnout erkranken.
Dementsprechend ist es wichtig, dass eine wertschätzende und kooperative Arbeitsbeziehung zwischen den Kollegen und Kolleginnen besteht, in der sich gegenseitig unterstützt und respektiert wird.
Allerdings ist Mobbing im Lehrerzimmer keine Seltenheit. Darüber gesprochen wird kaum. Oft ist es auch nicht sofort greifbar. Es beginnt mit kleinen spitzen Kommentaren, die später als Witz heruntergespielt werden. Aber sie hinterlassen einen Beigeschmack.
Was können Sie als Schulleitung konkret dagegen tun?
Merken Sie wie eine oder mehrere Lehrkräfte immer wieder im Fokus von unterschwelligem Mobbing hinsichtlich ihrer Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit, Unfähigkeit oder krankheitsbedingten Ausfällen steht?
Dann ist es ratsam diese rechtzeitig zu klären und den Auslöser für die Kommentare und Vorwürfe zu finden. Dies kann in unterschiedlichen Settings stattfinden. Im Einzelgespräch, mit den Beteiligten im Rahmen einer Supervision oder externer Coachings. Wichtig ist für Sie, dass Sie unvoreingenommen und neutral in diese Gespräche gehen können.
Die Schwierigkeit hierbei ist vor allem wertfrei zu bleiben und keine klare Position einzunehmen. Auch dann, wenn Sie ähnliche Gedanken über die Lehrkraft haben. Alle Beteiligten müssen die Chance haben Ihre Sicht dazustellen, versuchen Sie sich in beide Seiten und Position hineinzuversetzen. Können Sie das nicht garantieren, ziehen Sie eine Person zu Rate, die dies kann – ob intern oder extern.
Konflikte im Kollegium zu klären erfordert sehr viel Fingerspitzengefühl und Diplomatie, denn es gibt oft nicht die Möglichkeit sich aus dem Weg zu gehen, sich in eine andere Abteilung versetzen zu lassen oder zu kündigen. Es geht nur über den Weg der Konfliktlösung und zwar dauerhaft.
Ein wichtiger Punkt hierfür ist auch, dass eine langfristige und wertschätzende Arbeitsatmosphäre geschaffen wird. Wie reden wir übereinander und untereinander miteinander, denn wir sitzen schließlich alle in einem Boot.
Und dabei kommt Ihnen als Schulleitung auch wiederum eine Schlüsselrolle zuteil. Spiegeln Sie selber wieder wie miteinander umgegangen werden soll, indem Sie mit gutem Beispiel vorangehen.
Seien Sie offen, nahbar, kritikfähig, fragen Sie nach Feedback und geben Sie Fehler und Schwierigkeiten offen zu. Sehen Sie bei Ihrem Kollegium die Stärken, stellen Sie diese in den Fokus, arbeiten Sie gemeinsam an den Schwächen.
Verbreiten Sie eine offene und wertschätzende Stimmung. Sie werden feststellen, dass sich dadurch auch die Grundstimmung im Kollegium verändern kann und Konflikte schneller gelöst werden können beziehungsweise gar nicht so weit aufkeimen werden.
Zu hohe Arbeitsbelastung ist die Hauptursache für ein Burnout bei Lehrer
Unterrichten, erziehen, Aufgaben und Prüfungen korrigieren, Elterngespräche führen, Konflikte lösen, an Konferenzen teilnehmen, administrative Aufgaben erledigen sowie all dies Vor- und Nachbereiten und noch vieles mehr.
Das Arbeitspensum bzw. die zusätzlichen zu leistenden Aufgaben sind in den letzten Jahren stetig gestiegen und wurden nicht mit Arbeitsentlastung auf der anderen Seite ausgeglichen. Ein schon sehr hohes Arbeitspensum wurde nochmals erhöht.
Eine zu hohe Arbeitsbelastung ist eine der Hauptursachen für Burnout bei Lehrkräften.
Was können Sie als Schulleitung konkret tun:
Im ersten Augenblick scheint dies ein nicht lösbares Problem zu sein, da vieles vom System vorgegeben ist. Jedoch haben auch Sie als Schulleitung hier einen Handlungsspielraum. Überlegen Sie welche zusätzlichen Projekte zum Alltagsgeschäft wirklich wichtig sind. Nicht jeder Schulentwicklungsprozess muss sofort gestartet werden.
Priorisieren Sie die Projekte. Was ist wirklich wichtig, dass wir vorankommen, dass wir uns bei unseren Schwachstellen verbessern. Welche Projekte und Prozesse führen zu einer Arbeitsentlastung, zu einer besseren Arbeitsatmosphäre oder helfen uns beim Umgang mit Schülern? Eine SWOT Analyse oder aber auch ein professionelles Coaching kann Sie bei der Priorisierung unterstützen. Wie Coaching Schulleitungen konkret helfen kann, erfahren Sie auch in meinem Artikel „Coaching für Schulleitungen: Allein an der Spitze und doch nicht allein“.
Ebenfalls stehen Sie auch in der Verantwortung Ihrem Kollegium gegenüber, dessen Arbeitspensum kritisch zu hinterfragen. Eine Führungsperson sieht es natürlich immer gerne, wenn die Mitarbeitenden schon vor einem da sind und noch nach einem selbst am Schreibtisch sitzen. Aber ist dies wirklich gut und wichtig?
Merken Sie wie manche Lehrkräfte immer bis abends in der Schule sind, spät nachts noch Emails schreiben, egal an welchem Wochentag?
Dann wäre es vielleicht an der Zeit, genauer nach dem Arbeitspensum zu fragen. Arbeitet diese Lehrkraft wirklich zu viel, verliert Sie sich vielleicht in Details, liegt das an Zusatzaufgaben, die Sie ihr übertragen haben oder am eigenen Leistungsdruck?
Wichtig ist auch hier eine sensible Herangehensweise. Zitieren Sie nicht unbedingt die Lehrkraft in Ihr Büro, sondern suchen Sie einen geeigneten Rahmen, vielleicht auch gerade dann, wenn die Lehrkraft noch im Klassenzimmer sitzt und Sie sich auf dem Nachhauseweg machen. Beginne Sie auch hier mit Ich Botschaften:
„Ich hab beobachtet, dass…“, „Kann ich dabei helfen,…“?,
“Wie kann ich Sie unterstützen…?“

Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist auch hier, wie in den oben erwähnten Situationen, Ihre eigene Vorbildfunktion. Schreiben Sie um 22 Uhr und am Wochenende noch Emails an das Kollegium suggeriert das, dass Sie das auch von Ihren Kolleg*innen erwarten. Finden Sie eine allgemeine Lösung bis wann Sie Emails verschicken und erwarten, dass darauf noch reagiert wird.
Natürlich ist es für den Vertretungsfall immer wichtig zeitnah alle zu informieren. Aber auch hier können verlässliche Zeitfenster festgelegt werden. Auch für Wochenenden und Ferien.
Gestehen Sie sich selber fixe Arbeitszeiten und Ruhezeiten ein und kommunizieren Sie diese an Ihr Kollegium und auch der Elternschaft. Signalisieren Sie den Eltern, dass auch die Lehrkräfte ein Recht auf Erholung haben und abends nicht mehr auf Emails, Anrufe etc. reagieren werden. Lesen Sie hier, wie Sie sich als Schulleitung vor Burnout schützen.
Nehmen Sie vor allem jungen Lehrkräften den Druck, immer die perfekte Stunde halten zu müssen, wie Sie es aus ihrer Ausbildung vielleicht gewohnt waren. Bremsen Sie sie vielleicht auch aus, wenn Sie sehen, dass einige Lehrkräfte sich immer weiter Zusatzaufgaben aufhalsen.
Achten Sie auf eine faire Verteilung der Aufgaben im Kollegium. Oft lehnen sich die Lehrkräfte, die schon lange an der Schule sind etwas zurück, wenn es um die Aufgabenverteilung geht. Mit der Prämisse „sollen die Neuen das doch machen“.
Herausfordernde Schüler sind der größte Belastungsfaktor mit dem Lehrer zu kämpfen haben
Ein weiterer und nicht zu verachtender Faktor, der das Burnout-Risiko bei Lehrern erhöht, sind Konflikte mit Schülern und Schülerinnen. Diese gibt es in allen Jahrgangs- und Bildungsstufen.
Im Idealfall besitzt die Lehrkraft das nötige Handwerkszeug, um mit herausfordernden Verhalten von Schülerinnen und Schülern selbständig zu recht zu kommen und sieht dies nicht als Belastung. Aber auch dann kann es helfen, wenn die Lehrkraft regelmäßig über Ihre Bemühungen und Anstrengungen mit dem Kind reden kann.
Erstens um sich den Druck zu nehmen, dass Sie alles alleine schaffen muss. Zweitens um vielleicht auch neue Ansatzpunkte und Ideen von anderen zu erfahren. Meistens ist es jedoch so, dass die Lehrkraft mit ihrem Rat am Ende ist oder mit der Situation überfordert ist. Weil Sie vielleicht noch nie in so einer Situation war oder ihr das nötige Handwerkszeug bzw. Ideen fehlen, wie sie mit dem Kind und dessen Verhalten umgehen kann.
Und hier ist der Punkt in dem es an vielen Schulen noch Verbesserungspotenzial gibt. Da erstens noch die Grundstimmung „damit musst du alleine klargekommen“ herrscht oder die Prämisse gilt „wer seine Klasse nicht im Griff hat, ist eine schlechte Lehrkraft und selbst daran Schuld“. In so einem Umfeld wird es vielen schwer fallen offen über Probleme zu reden.
Dies führt dazu, dass man weiter alleine kämpft und im besten Fall selbst Strategien und Lösungen findet oder die Belastungen einen erdrücken und krank machen.
Was können Sie als Schulleitung konkret tun:
Auch hier ist der Rückhalt vom Kollegium und vor allem der Schulleitung ein wichtiger Faktor. Weiß eine Lehrkraft, dass Sie offen über Probleme mit Schüler*innen sprechen kann ohne verurteilt oder beurteilt zu werden, führt das langfristig dazu, dass herausfordernde Schüler*innen nicht mehr in dem Maße als belastend angesehen werden, dass es sich auf die Gesundheit auswirken wird.
Ein hilfreiches Mittel hierfür können sowohl regelmäßige, freiwillige Supervisionsrunden sein oder die kollegiale Fallbesprechung. Beides führt langfristig zu einem offeneren Umgang mit Problemen und Konflikten. Und vielleicht eröffnen Sie mal eine Konferenz mit dem Satz: „Heute war es in meiner Klasse sehr anstrengend, Kind XY hat mir den letzten Nerv geraubt. Hat vielleicht jemand eine Idee, wie ich da ansetzen kann…?“.
Und wenn Sie jetzt denken, dass würde vielleicht Ihre Autorität untergraben, dann springen Sie ein paar Zeilen zurück. Auch Sie müssen das alles nicht alleine schaffen. Niemand ist perfekt, niemand hat für alles sofort eine Lösung parat, aber im gemeinsamen offen und konstruktiven Austausch kann jeder wachsen und sich stärken.
Ein Burnout entsteht nicht über Nacht
Ein Burnout entsteht nicht über Nacht, es ist ein schleichender Prozess, bei dem das Arbeitsumfeld und Bedingungen einen großen Faktor ausmachen.
Eine wertschätzende und kooperative Arbeitsumgebung führt dazu, dass Belastungen anders wahrgenommen werden bzw. mit Ihnen umgegangen wird. Lob und Anerkennung für die eigenen Arbeit erhöht die Motivation und Zufriedenheit, was sich langfristig nicht nur auf die Arbeitsatmosphäre sondern auch auf die Gesundheit auswirkt.
Als Schulleitung haben Sie hier nicht nur eine Fürsorgepflicht, sondern auch eine Vorbildfunktion. Leben Sie einen offenen und kooperativen Umgang untereinander, nehmen Sie jeden mit seinen Schwächen und Probleme ernst, halten Sie schützend die Hände über Ihr Kollegium bei Konflikten – ob intern oder extern, schaffen Sie eine Arbeitsumgebung, in der sich jeder akzeptiert, aufgenommen und anerkannt fühlt. So kann eine Arbeitsumfeld entstehen, das das Burnout-Risiko minimiert bzw. in welchem ein Burnout frühzeitig erkannt werden kann.

















