Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Hand aufs Herz: Freuen Sie sich auch schon auf die Sommerferien? In meinen Gesprächen und Supervisionsrunden erlebe ich derzeit, wie groß die Sehnsucht nach einer Pause bei vielen ist. Und ich kann das gut nachvollziehen, denn ich kenne diese Phase nur zu gut:
Man hangelt sich innerlich von einem freien Tag zum nächsten, und die Zeit dazwischen fühlt sich oft nur noch nach Abarbeiten an.

Auch in meinen Supervisionsrunden erlebe ich dies aktuell bei vielen Lehrkräften: Die Energie lässt nach, die Motivation sinkt. Und ehrlich gesagt kein Wunder. Denn gerade jetzt, zum Ende des Schuljahres, häufen sich die Anforderungen und Aufgaben…
- Pädagogische Tage & Schulentwicklungsprozesse
- Projekte & Veranstaltungen (Schulfeste, Sporttage etc.)
- Organisation von Ausflügen & Schullandheimaufenthalten
- Planung von Abschlussfeiern
- Klassenräume aufräumen, umziehen, neu organisieren
- Vorbereitung und Planung des kommenden Schuljahres
- Mitarbeitergespräche
- Und natürlich: Zeugnisse schreiben!
All das soll irgendwie noch in die „paar Wochen“ bis zu den Sommerferien passen, neben dem sowieso schon fordernden Schulalltag. Da ist es nur allzu nachvollziehbar, dass viele Kolleg*innen erschöpft sind.
Deshalb hier für Sie einige Impulse, Ideen und kleine Strategien, wie der Endspurt etwas leichter und strukturierter gelingen kann:
1. Projekte priorisieren – Was ist wirklich wichtig?
- Muss wirklich alles noch in diesem Schuljahr sein?
- Welche Projekte bringen echten Mehrwert für die Schüler*innen und was ist eher Pflicht bzw. Gewohnheit?
- Was kann ich abgeben oder gemeinsam mit Kolleg*innen schultern?
- Wo könnten Eltern mitorganisieren oder unterstützen?
2. Überblick verschaffen – Wie viele Wochen bleiben mir noch?
- Eine kleine Wochenübersicht wirkt oft Wunder: Wie viele Unterrichtswochen habe ich eigentlich noch? Ich persönlich habe in meinem Büro einen Monatsplan hängen – so sehe ich auf einen Blick, was noch ansteht und wie viel Zeit realistisch bleibt.
Das vereinfacht mir die Planung enorm und hilft, Prioritäten klarer zu setzen.
Und ganz wichtig: Dort stehen auch die „schönen“ Sachen, wie Sport, Kinobesuche, Treffen mit Freundinnen…
Wenn auch die Freizeittermine im Plan stehen, wird klar, dass der Monat nicht nur aus To-dos besteht. - Was möchte ich in dieser Zeit unbedingt noch mit meiner Klasse machen?
- Welche Termine und Deadlines stehen schon fest und wie viel freie Zeit bleibt dazwischen?
3. Zeugnisse schreiben – Häppchenweise und mit System
- Nicht alles auf den letzten Drücker besser in Etappen planen.
- Setzen Sie sich feste Zeitfenster, in denen Sie konzentriert an den Zeugnissen arbeiten und gönnen Sie sich danach ganz bewusst kurze Pausen. Ein Timer oder Wecker kann dabei helfen, fokussiert zu bleiben und den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung gut zu steuern.
- „Schreib-Dates“ mit Kolleg*innen: gemeinsam arbeiten, zwischendurch plaudern oder ein Käffchen trinken.
- Belohnen Sie sich! Vielleicht pro geschriebenem Zeugnis mit einer Praline?
- Übersicht hilft: Was ist schon fertig, was fehlt noch?
4. Austausch & Entlastung im Team
- Kurze Teamrunden: Was kann auf das nächste Schuljahr verschoben werden?
- Wer braucht gerade Unterstützung und wer hat noch Luft?
- Sagen Sie in der Supervision oder im kollegialen Austausch ruhig offen: „Ich bin platt.“ Das entlastet und schafft Verbindung. Denn nur wenn Sie offen kommunizieren, kann auch gemeinsam nach Lösungen gesucht und Entlastung gefunden werden.
5. Pausen bewusst einbauen
Nutzen Sie gerade jetzt Mikropausen!
- 5 Minuten bewusst atmen.
- Mittagspause wirklich machen, auch wenn’s nur kurz ist.
- Handy weg, kurz auf den Balkon, in die Sonne, in den Flur was auch immer möglich ist. Hauptsache: einmal kurz raus aus dem Gedankenkarussell.
Sie leisten Tag für Tag Großes. Und gerade jetzt, wenn die Kräfte knapp sind, nehmen Sie sich zwischendurch bewusst Zeit für kleine Pausen und erinnern Sie sich daran:
Nicht alles muss perfekt sein, aber vieles darf gut genug sein.
Ich wünsche Ihnen bis zu den Sommerferien eine möglichst entspannte, vielleicht auch ein bisschen gelassenere Zeit, trotz allem.
Herzlichst, Ihre
Sylvia Meran










