Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Wann sind Sie das letzte Mal in einen Laubhaufen gesprungen?
Die größte Attraktion auf dem Schulhof meines Sohnes ist im Moment eine riesige Laubburg. Eifrig wird sie von den Viertklässlern bewacht, so sehr, dass sogar die Rektorin schon mehrmals auf dem Pausenhof erschien, um den Spaß für alle freizugeben.

Ein Haufen voller Blätter. Für uns Erwachsene erinnert das oft eher an anstrengende Gartenarbeit als an Vergnügen. Doch bei meinem letzten Waldspaziergang wurde mir wieder bewusst, wie schön und heilsam dieser bunte Blätterzauber sein kann. Das Rascheln unter den Füßen, das Wirbeln der Blätter im Wind und das goldene Leuchten der Sonne – ein kleines, stilles Fest der Sinne.
Warum ich das erzähle?
Weil ich bei vielen meiner Kund*innen und auch Lehrerfreund*innen gerade wieder spüre, wie die Kräfte schwinden. Die Anfangseuphorie des Schuljahres ist dem Alltagschaos gewichen. Krankmeldungen, Vertretungen und neue Anforderungen lassen wenig Raum für Erholung. Die Herbstferien waren für viele nur ein kurzer Rettungsanker, um einmal tief durchzuatmen, bevor es in den nächsten Abschnitt bis Weihnachten geht.
Genau jetzt ist der richtige Zeitpunkt, innezuhalten und nach sich zu schauen:
- Wie geht es mir gerade?
- Wie voll ist mein Akku?
- Was zieht mir Energie, und was schenkt mir Kraft?
- Wann habe ich zuletzt „Ja“ gesagt, obwohl ich eigentlich „Nein“ meinte?
- Wie oft habe ich meinen Beruf über meine eigenen Bedürfnisse gestellt?
Nehmen Sie sich diese Fragen mit auf einen Spaziergang, vielleicht durch raschelndes Herbstlaub😉. Reflektieren Sie die letzten Wochen. Wo sind Sie über Ihre Grenzen gegangen? Was möchten Sie in den kommenden Wochen bewusster anders machen?
Jetzt ist der Moment, neu zu beginnen.
Überlegen Sie:
- Was brauche ich gerade wirklich?
- Tut mir eine ruhige Wanderung, ein Wellness-Wochenende oder tatsächlich ein Nachmittag beim Laubrechen gut?
- Welche Aufgaben möchte ich bewusst nicht mehr übernehmen?
Seien Sie in den nächsten Wochen wachsam, wenn neue Anfragen oder Bitten an Sie herangetragen werden. In der Vor-Adventszeit werden sie garantiert kommen. Es ist völlig in Ordnung, freundlich, aber klar „Nein“ zu sagen. Nur wer gut für sich selbst sorgt, kann langfristig auch für andere da sein.
Mein Tipp:
Planen Sie kleine Energieinseln für jede Woche. Momente, die nur Ihnen gehören, wie ein Kaffee im Sonnenschein, eine halbe Stunde ohne Handy oder ein Spaziergang mit Musik oder Stille. Notieren Sie diese auch gerne in Ihrem Kalender. Diese Mini-Pausen sind keine Zeitverschwendung, sondern Investitionen in Ihre Kraft und Gelassenheit.
Wenn Sie mögen, lesen Sie dazu auch meinen Blogartikel:
„So erleben Lehrer*innen die Adventszeit ohne Hektik“
In diesem Sinne: Gönnen Sie sich Ihre eigene kleine Laubburg. Einen Ort, an dem Sie auftanken, durchatmen und einfach nur Sie selbst sein dürfen. Voller Freude, frei und losgelöst.
Teilen Sie gerne Ihre Eindrücke von Ihrem Herbstspaziergang mit mir!
Herzlichst, Ihre
Sylvia Meran










