Die Rückkehr nach einem Burnout ist für viele Schulleitungen der schwerste Teil der Genesung. Warum der Wiedereinstieg so herausfordernd ist und was Ihnen von Anfang an helfen kann, erfahren Sie in diesem Artikel.
Sechs Wochen. Drei Monate. Ein Jahr. Oder vielleicht sogar länger.
Sie waren zuhause, haben sich erholt und sich selbst ein Stück weit wiedergefunden.

Im besten Fall haben Sie in dieser Zeit viele wertvolle Strategien für den Alltag mitgenommen, Dinge, die helfen sollen, damit Sie nicht nach wenigen Wochen wieder mit derselben Diagnose dastehen: Burnout.
Und dann kommt der Tag der Rückkehr.
Sie betreten das Lehrerzimmer. Schauen auf Ihren Schreibtisch im Rektorat. Und merken sofort: Es hat sich nichts verändert. Die Papierstapel sind geblieben. Der Posteingang quillt über. Und nach den ersten freudigen „Schön, dass du wieder da bist!“-Momenten stehen auch schon die ersten Kolleginnen und Kollegen vor Ihrer Tür, mit all den Fragen, Bitten und Entscheidungen, die sich in Ihrer Abwesenheit angesammelt haben. Dinge, die dringend geregelt werden müssen. Weil keine Vertretung da war, die diese Verantwortung wirklich tragen konnte.
Sie spüren die Erleichterung rund um sich. Die anderen atmen auf. Endlich ist die Schulleitung wieder da.
Und dann läuft alles wieder seinen gewohnten Lauf, als wären Sie nie weggewesen. Genau darin liegt die eigentliche Herausforderung nach einem Burnout.
Der Wiedereinstieg nach einem Burnout: Wenn plötzlich alles wieder wie früher ist
In den ersten Tagen funktioniert das erstaunlich gut. Sie kommen erholt zurück und spüren selbst, wie viel leichter vieles von der Hand geht. Der Schreibtisch, die Anfragen, die Entscheidungen, auf einmal fühlt sich das alles wieder machbar an. Es fühlt sich sogar gut an.
Aber irgendwann, vielleicht nach einer Woche, vielleicht nach zwei, kommt dieser leise, unangenehme Gedanke: Genau so hat es damals auch angefangen.
Lesen Sie hier mehr dazu: Burnout bei Schulleitungen: Warum die Erschöpfung oft lange unbemerkt bleibt
Und mit diesem Gedanken schleicht sich die Angst ein. Die Angst vor dem Ende der Wiedereingliederungsphase, wenn aus den reduzierten Stunden wieder 100 % werden. Wenn das Netz, das Sie noch ein wenig trägt, wegfällt und der volle Alltag wieder losrollt.
Warum Schulleitungen nach dem Burnout schnell in alte Muster zurückfallen
Fernab vom Schulalltag lässt es sich leicht auf sich achten. Sport treiben, bewusst essen, Ruhe einplanen, all das klingt machbar, wenn der Tag einem gehört. Auch die Strategien, die man in der Auszeit oder in einer Therapie entwickelt hat, fühlen sich dort sinnvoll und umsetzbar an.
Aber dann sind Sie wieder dort. In Ihrer Schule. Die Tage füllen sich wie von selbst. Die Stunden rasen. Und am Abend fehlt schlicht die Energie für all die guten Vorsätze. Für den Plan, den Sie eigentlich so gut durchdacht hatten.
Das ist keine Schwäche. Das ist der Schulalltag, wie er nun einmal ist; laut, voll, fordernd und oft gnadenlos wenig Raum lassend für das, was Sie sich vorgenommen haben.
5 Tipps für Schulleitungen: So gelingt der gesunde Wiedereinstieg nach einem Burnout
Bevor wir über Coaching sprechen, möchte ich Ihnen ein paar Dinge mitgeben, die Sie bereits jetzt, in diesen ersten Wochen der Rückkehr, konkret umsetzen können und die sich auch wirklich in einen vollen Schulalltag integrieren lassen.
1. Setzen Sie eine feste Stopp-Zeit für Ihren Arbeitstag
Legen Sie einen festen Zeitpunkt fest, zu dem Ihr Arbeitstag endet und halten Sie ihn konsequent ein. Nicht weil alles erledigt ist, sondern weil Sie gelernt haben, dass alles nie erledigt sein wird. Der Schreibtisch wird morgen noch da sein. Ihr Körper braucht das Signal, dass der Tag endet. Stellen Sie sich dafür auch gerne einen Wecker ;-).
2. Bündeln Sie Anfragen, statt sofort zu reagieren
Eine der größten Energiefallen für Schulleitungen ist das reflexartige Sofort-Reagieren. Kollegin klopft an – Sie entscheiden. E-Mail kommt rein – Sie antworten. Das kostet enorm viel Kraft, die Sie nur begrenzt haben. Versuchen Sie stattdessen, Anfragen zu sammeln: eine feste Sprechstunde, ein kurzes Zeitfenster am Nachmittag. Nicht alles ist wirklich so dringend, wie es sich anfühlt.
3. Schützen Sie Ihre Pausen im Schulalltag
Nicht die Pause, in der Sie im Stehen Ihre E-Mails lesen. Sondern zehn Minuten, in denen Sie sitzen, einen Kaffee trinken und nichts leiten. Das klingt nach Luxus, ist aber medizinisch notwendig. Unser Nervensystem braucht diese kurzen Erholungsphasen über den Tag verteilt, um nicht in den Dauerstress-Modus zu gleiten. Schließen Sie dafür auch gerne die Tür. Und versuchen Sie, sie täglich zum gleichen Zeitpunkt zu machen. Auch hier gerne den Wecker stellen.
4. Nach dem Burnout wieder Grenzen setzen lernen
Wer nach einem Burnout zurückkommt, weiß um die Bedeutung von Grenzen und merkt trotzdem schnell, wie schwer sie im Alltag wirklich umzusetzen sind. Ein erster Schritt: Gewöhnen Sie sich an, nicht sofort zu antworten, wenn eine neue Bitte, Anfrage oder Aufgabe an Sie herangetragen wird. „Ich melde mich bis morgen“ gibt Ihnen den Moment, den Sie brauchen, um bewusst zu entscheiden, statt aus dem Autopiloten heraus „Ja, klar mach ich“ zu sagen. Wie das konkret gelingen kann, habe ich in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.
5. Richten Sie den Fokus auf Energiequellen statt Energieräuber
Nicht: Was hat mich Energie gekostet. Das wissen Sie ohnehin. Aber die Frage nach dem, was gut war, was leicht ging, was Ihnen Freude gemacht hat, die verändert mit der Zeit Ihren Blick auf den Alltag. Sie schult den Blick dafür, welche Aufgaben, Begegnungen und Momente Ihnen guttun. Und genau das ist das Fundament, auf dem wir im Coaching aufbauen können.
Lesen Sie hier auch mehr zum Thema: Burnout als Schulleitung vorbeugen – konkrete Strategien, die im Alltag wirklich funktionieren
Coaching nach dem Burnout: So gelingt ein langfristig gesunder Schulalltag
Die fünf Tipps können Ihnen den Wiedereinstieg erleichtern und helfen, erste gesunde Routinen im Schulalltag zu etablieren. Trotzdem stoßen viele Schulleitungen irgendwann an einen Punkt, an dem kleine Veränderungen allein nicht mehr ausreichen.
Denn jede Schule, jedes Kollegium und jede persönliche Situation bringt eigene Herausforderungen mit sich. Genau dort setzt mein Coaching an. Es geht nicht um weitere allgemeine Ratschläge, sondern darum, gemeinsam herauszufinden, was unter Ihren ganz konkreten Rahmenbedingungen wirklich funktioniert.
Welche Veränderungen entlasten Sie tatsächlich? Wo entstehen Ihre größten Energieverluste? Und wie lässt sich Ihr Schulalltag so gestalten, dass Sie langfristig gesund und mit Freude arbeiten können?
In meinem Coaching gehen wir diesen Fragen gemeinsam nach. Was Schulleitungen dabei am meisten belastet, ist von Schule zu Schule, von Person zu Person sehr unterschiedlich, für manche ist es die Menge an Verwaltungsaufgaben, für andere wiederkehrende Konflikte im Kollegium, für wieder andere die Schwierigkeit, nach Hause zu gehen, ohne die Schule gedanklich mitzunehmen. Wir benennen das gemeinsam und schauen dann, was sich davon konkret verändern lässt.
Ein großes Thema ist dabei fast immer das Delegieren. Nicht im Sinne von „Geben Sie einfach Aufgaben ab“, das klingt leichter, als es ist. Gerade wenn man das Gefühl hat, dass vieles an der eigenen Schule nur dann gut läuft, wenn man selbst die Hand drauf hat. Sondern im Sinne von: Welche Aufgaben könnten von wem getragen werden? Wer im Kollegium hat vielleicht sogar Lust auf mehr Verantwortung? Und wie übergibt man Aufgaben so, dass man nicht hinterher doch wieder alles selbst macht?
Wir arbeiten auch daran, wie Sie mit den Kolleginnen und Kollegen umgehen, die besonders viel Energie kosten. Das sind oft nicht die schwierigsten Menschen, sondern die, mit denen es eine ungelöste Dynamik gibt, ein Missverständnis, das sich festgesetzt hat, eine Erwartung, die nie ausgesprochen wurde. Solche Themen lassen sich im geschützten Rahmen eines Coachings sehr gut angehen, ohne dass das Kollegium davon erfährt.
Und dann gibt es noch das, was ich am wichtigsten finde: Wir erarbeiten gemeinsam ein Bild davon, wie Ihr Schulalltag langfristig aussehen soll. Nicht perfekt. Aber tragbar. So, dass Sie am Freitagnachmittag nach Hause gehen und das Wochenende wirklich genießen können, weil Sie wissen, dass Sie gut gearbeitet haben und dass der Rest bis Montag warten kann.
Das ist kein allgemeines Programm von der Stange. Es geht um Sie. Um Ihre Schule. Um diese einzigartige Konstellation, die Sie jeden Tag vorfinden.
Denn der Unterschied zwischen einer Auszeit und einem echten Neuanfang liegt genau hier: Die Auszeit hat Ihnen Kraft zurückgegeben. Das Coaching hilft Ihnen, diese Kraft zu halten, auch dann, wenn der Alltag wieder auf vollen Touren läuft.
Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.
Ernst Ferstl
Ein Burnout endet nicht mit der Krankschreibung. Es endet auch nicht mit der Rückkehr an die Schule. Der eigentliche Neuanfang beginnt dann, wenn Sie Ihren Schulalltag so gestalten, dass er dauerhaft zu Ihnen und Ihrer Gesundheit passt.
Dabei begleite ich Sie gerne.





























